Regionale
Entwicklung und Umsetzung
Wirtschaftliche Entwicklung beginnt mit den Möglichkeiten einer Region
Jedes Land und jede Region besitzt
eigene wirtschaftliche, gesellschaftliche, kulturelle und natürliche
Voraussetzungen. Diese bestimmen, welche Formen wirtschaftlicher Entwicklung
sinnvoll sind, welche zusätzlichen Möglichkeiten erschlossen werden können und
welche Grenzen berücksichtigt werden müssen.
Das KTP Institut für Neue Wirtschaft untersucht diese Zusammenhänge im Rahmen eines eigenständigen, international ausgerichteten Forschungsbereichs. Im Mittelpunkt steht die wissenschaftliche Bewertung der Voraussetzungen, unter denen neue Wirtschaftsstrukturen entstehen und die BlueEconomy als wirtschaftliche Umsetzungsform des Valorismus Anwendung finden kann.
Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse für eine wirtschaftliche Entwicklung zu gewinnen, die vorhandene Potenziale nutzt, neue Möglichkeiten erschließt und die natürlichen und gesellschaftlichen Lebensgrundlagen berücksichtigt.
Drei Untersuchungsrichtungen
1. Vorhandene Voraussetzungen
Welche Möglichkeiten bietet eine Region bereits heute?
Die Forschung erfasst und bewertet die bestehenden wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, technologischen, institutionellen, gesellschaftlichen und natürlichen Bedingungen.
Dazu gehören Unternehmen und Wirtschaftsstrukturen, Fachkräfte und Bildungseinrichtungen, Forschung und technologische Kompetenzen, Infrastruktur, Energieversorgung, Ressourcen, rechtliche Rahmenbedingungen und internationale Wirtschaftsbeziehungen.
Die Untersuchung zeigt, welche
Stärken eine Region besitzt und wie diese miteinander verbunden sind.
2.
Entwickelbare Potenziale
Welche zusätzlichen Möglichkeiten lassen sich erschließen?
Wirtschaftliche Entwicklung hängt auch davon ab, welche Voraussetzungen durch Forschung, Qualifizierung, Technologie- und Wissenstransfer, Kooperation und den Aufbau neuer Strukturen geschaffen werden können.
Das Institut untersucht die dafür erforderlichen Ressourcen, den Entwicklungsaufwand, die zeitlichen Voraussetzungen und die zu erwartenden Wirkungen.
Dabei werden auch Möglichkeiten
betrachtet, wirtschaftliche Aufgaben zwischen verschiedenen Regionen und
Standorten zu verteilen und durch Zusammenarbeit miteinander zu verbinden.
3. Grenzen wirtschaftlicher Entwicklung
Welche Entwicklungen sind unter den jeweiligen Bedingungen sinnvoll?
Nicht jede Technologie, Wirtschaftsform oder wirtschaftliche Tätigkeit eignet sich für jede Region.
Die Forschung untersucht deshalb auch Entwicklungen, die mit unverhältnismäßigem Aufwand, erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen oder negativen gesellschaftlichen und ökologischen Folgen verbunden wären.
Die Feststellung, dass eine bestimmte Entwicklung für eine Region ungeeignet ist, besitzt dabei denselben wissenschaftlichen Stellenwert wie die Identifizierung günstiger Entwicklungsmöglichkeiten.
Regionen in ihrer Vielfalt verstehen
Eine neue Wirtschaftsordnung muss die unterschiedlichen Voraussetzungen und Entwicklungsmöglichkeiten unserer Welt berücksichtigen.
Agrarisch geprägte Regionen besitzen andere wirtschaftliche Stärken als industrielle Zentren oder Wissenschaftsstandorte. Ihre Entwicklungsmöglichkeiten können beispielsweise in der Landwirtschaft, der Verarbeitung regionaler Erzeugnisse, der Energieversorgung, der Kreislaufwirtschaft oder damit verbundenen Technologien liegen.
Industriell geprägte Regionen bieten wiederum andere Voraussetzungen für neue Produktionsverfahren, Technologien und wirtschaftliche Entwicklungsstrukturen.
Die wissenschaftliche Untersuchung berücksichtigt diese Unterschiede und untersucht zugleich, wie sich regionale Stärken ergänzen und gemeinsame Entwicklungsmöglichkeiten erschließen lassen.
Internationale Forschung und regionale Zusammenarbeit
Der Forschungsbereich ist weltweit ausgerichtet. Seine Untersuchungen beziehen sich auf Staaten, einzelne Regionen, Wirtschaftsstandorte und grenzüberschreitende Wirtschaftsräume.
Administrative Grenzen bilden wichtige rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen. Wirtschaftliche Zusammenhänge reichen jedoch vielfach darüber hinaus. Verkehrswege, Energie- und Kommunikationsnetze, industrielle Verbindungen, Wissenschaftsstandorte und internationale Kooperationen verbinden Regionen über Landesgrenzen hinweg.
Das Institut entwickelt wissenschaftliche Untersuchungs- und Bewertungsverfahren, die internationale Vergleiche ermöglichen und zugleich regionale Besonderheiten berücksichtigen.
Norddeutschland als möglicher erster Untersuchungsraum
Der norddeutsche Wirtschaftsraum bietet interessante Voraussetzungen für eine erste umfassendere Untersuchung.
Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern verfügen über unterschiedliche industrielle, maritime, agrarische, wissenschaftliche und logistische Strukturen. Hinzu kommen internationale Wirtschaftsverbindungen und vielfältige Möglichkeiten der regionalen Zusammenarbeit.
Eine wissenschaftliche Evaluation kann untersuchen, welche Entwicklungspotenziale sich aus diesen Voraussetzungen ergeben, wie sich die Stärken einzelner Regionen ergänzen und welche zusätzlichen Bedingungen für neue wirtschaftliche Tätigkeiten geschaffen werden müssten.
Die geografische Nähe zum Sitz des KTP Instituts in Kiel bietet einen organisatorischen Ausgangspunkt. Die Eignung einzelner Standorte und wirtschaftlicher Entwicklungen bleibt Gegenstand der wissenschaftlichen Untersuchung.
Norddeutschland steht dabei beispielhaft für einen Forschungsauftrag, der auf Länder und Regionen weltweit ausgerichtet ist.
Wissenschaftliche Methoden und Bewertung
Das Institut entwickelt Verfahren zur systematischen Untersuchung und vergleichenden Bewertung regionaler Entwicklungsvoraussetzungen.
Die Forschung verbindet wirtschaftliche, technologische, gesellschaftliche, institutionelle und ökologische Gesichtspunkte. Die Auswahl und Gewichtung der Bewertungskriterien richten sich nach dem jeweiligen Untersuchungsgegenstand und werden wissenschaftlich begründet.
Zu den möglichen Ergebnissen gehören Regionalstudien, vergleichende Untersuchungen, Kriterienkataloge, Analysen neuer Wirtschaftsstrukturen sowie Studien über Technologie- und Wissenstransfer und regionale Kooperationsmöglichkeiten.
Die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse ermöglicht wissenschaftliche Überprüfung, fachliche Diskussion und die Nutzung gewonnener Erkenntnisse für weitere Untersuchungen.
Forschung und wirtschaftliche Umsetzung
Die wissenschaftliche Untersuchung regionaler Entwicklungsmöglichkeiten gehört zu den Aufgaben des gemeinnützigen KTP Instituts für Neue Wirtschaft.
Das Institut arbeitet nach wissenschaftlichen Maßstäben und bewertet die untersuchten Voraussetzungen ergebnisoffen. Seine Forschung setzt weder die Ansiedlung bestimmter Unternehmen noch die Durchführung einzelner Projekte voraus.
Die wirtschaftliche Projektentwicklung, Investitionsentscheidungen, Finanzierung und operative Umsetzung erfolgen durch die hierfür zuständigen Gesellschaften des BlueWorld Project.
Damit bleiben wissenschaftliche Forschung und wirtschaftliche Umsetzung institutionell voneinander getrennt.
Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Politik und Wirtschaft
Die Erforschung regionaler Entwicklungsmöglichkeiten erfordert Wissen aus unterschiedlichen Fachgebieten und die Berücksichtigung vielfältiger regionaler Erfahrungen.
Das KTP Institut strebt deshalb den wissenschaftlichen Austausch mit Hochschulen, Forschungsinstituten, öffentlichen Einrichtungen, Landes- und Regionalregierungen, Kommunen, Wirtschaftsförderungsgesellschaften, Verbänden, Unternehmen und gesellschaftlichen Organisationen an.
Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung geeigneter Untersuchungsmethoden, die gemeinsame Erarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse und die Veröffentlichung und Diskussion von Forschungsergebnissen.
Wissenschaftliche Zusammenarbeit und regionaler Erfahrungsaustausch bilden wichtige Grundlagen für die Erforschung einer neuen Wirtschaftsordnung und ihrer Anwendungsmöglichkeiten in der Welt.